Kategorie-Archiv: Aberglaube

Aberglaube in der Pflanzenwelt

Barbarazweige schneiden

Es ist ein altes Brauchtum am 4.Dezember Barbarazweige zu schneiden. Diesem Brauch liegt eine Legende zu Grunde, der heiligen Barbara sollen auf dem Weg ins Gefängnis Kirschzweige im Kleid hängen geblieben sein. Diese Zweige stellte Barbara ins Wasser und zum Tage ihrer Hinrichtung erblühten die Kirschzweige. Man schneide zum 4. Dezember Zweige von Kirschbäumen, Haselnuss, Zaubernuss, Birke oder Forsythie, wichtig ist dabei das alle Zweige Frost abbekommen haben. Sollte dies nicht der Fall sein, legt man sie einfach ins Gefrierfach. Die Stiele klopfen damit sie das Wasser besser aufnehmen können und an einem warmen Ort ins Wasser stellen. Bis heilig Abend sollten sie erblühen. Dies soll angeblich im neuen Jahr Glück bringen.

Der König des Weges

Der Spitzwegerich wurde schon vor 2000 Jahren erwähnt und gilt als eine der ältesten Heilpflanzen. Aber auch um den Wegerich rankt sich Aberglaube. Da er bevorzugt am Wegesrand wächst nannte man ihn den König des Weges, seine samen sind klebrig und haften so an Fell, Schuhen und Rädern und wurde somit weiter auf den Wegen verbreitet. Im Mittelalter ordnete man den Spitzwegerich dem Manne zu und den Breitwegerich der Frau. Man räucherte Spitzwegerich wenn man eine angezauberte Liebe vermutete, er sollte diese Liebe trennen. Ein Blatt im Schuh schützt Wanderleute vor Müdigkeit und Blasen an den Füssen. Gräbt man eine Spitzwegerich Wurzel vor Sonnenaufgang aus und bindet sie mit einem roten Faden vor die Stirn so sollte sie vor Kopfschmerzen schützen. Eine Gebärenden legte man eine komplette Spitzwegerich Pflanze samt Wurzel in die Hand, diese sollte vor dem Verbluten schützen. Früh morgens ein Blatt auf nüchternen Magen essen sollte den Menschen Hieb und Stich fest machen. Ein Imker schütze sich vor Bienenstichen, wenn er ein Spitzwegerichblatt unter der Zunge trug.

Eine Heilsagung aus dem 11 Jahrhundert lautete:

„Und du Wegerich,
Mutter der Pflanzen,
offen nach Osten,
mächtig im Innern:
Über dich knarren Wagen,
über dich ritten Frauen,
über dich ritten Bräute,
über dich schnaubten Farren

Allen widerstandest du
und setztest dich entgegen
nun widerstehe auch dem Gift
und der Ansteckung
und dem Übel,
das über das Land dahinfährt.“

Lungenkraut und Brauchtum

Das Lungenkraut zählte im Mittelalter zu den Marienpflanzen. Die weissen Flecken auf ihren Blättern sollen die Muttermilchtropfen darstellen, welche Maria beim stillen des Jesus Kindes auf die Blätter tropfte. Ebenso war man der Meinung, wenn man an Lungenkraut schnuppert bekommt man Sommersprossen.
Lungenkraut Essenz ist dafür bekannt um unmögliches zu wagen, ausweglose Situationen zum Guten zu bringen und das Ruder herum zu reißen, wenn der Abgrund naht. Ebenso regt es zu phantsievollen Ideen an und bewegt denjenigen dazu über den eigenen Schatten zu springen.

Die Magie des Huflattichs

Natürlich ist auch Huflattich in der Magie vertreten, er gilt als Glückssymbol für die Liebe und fürs Leben. Dafür werden die Blätter als Glücksbringer verwendet. Für Liebesräucherungen nutzt man ebenfalls seine getrockneten Blätter. Auch für Frieden und Ruhe steht diese Pflanze, trägt man ein Säckchen mit Huflattuch Blättern bei sich soll man die Liebe anziehen und das Glück. Geraucht fördert er die Hellsichtigkeit und Visionen.

Die Magie der Zaubernuss

Die Zaubernuss trägt nicht umsonst das Wort „Zauber“ im Namen. Aus ihren Zweigen wurden Zauberstäbe für weiße Magie gefertigt. Ebenfalls benutzte man die Zweige als Wünschelrute. Man nennt die Pflanze auch Hexennuss, weil man die Zweige zur Hexen Abwehr einsetzte um böses von Haus und Vieh fern zu halten. Im Aberglaube ist es die Pflanze für Unsterblichkeit, Schutz und Heilung. Die Blätter können bei einer Schutzräucherung geräuchert werden und duften sehr angenehm.

Die Magie der Sumpfdotterblume

dotterblume
Wie bei vielen Frühblühern war auch die Sumpfdotterblume im Mittelalter eine beliebte Pflanze zur Dämonen Abwehr. Man gab sie den Kühen um die Butter gelb zu machen und um Krankheiten abzuwehren. Zur Walburgisnacht gesammelt hängte man einen Strauss vor die Tür um böse Hexen abzuwehren. Vor den Viehstall wurden die Blumen gestreut, um auch hier die Hexenmächte fernzuhalten. In den nordischen Ländern schreibt man dieser Pflanze eine hohe Zauberkraft zu.

Die Mistel als Zauberkraut

Der Mistel wurde schon bei den Kelten eine enorme Zauberkraft zugesprochen, da sie zur Wintersonnenwende ihre weissen Früchte zeigt, musste die Mistel ein Bote der Götter sein und besondere magische Kräfte besitzen. Man sagt die Mistel soll unkontrollierbare negative Kräfte bannen, darum wurden Mistelzweige über Haustüren, Stalltüren und Scheunentüren gehängt. Trafen sich Feinde unter einer Mistel, so mussten sie sich umarmen und für 24 Stunden mussten die Waffen ruhen. Früher wurden Mistelzweige in den Brautkranz eingebunden, sie sollten der Braut Glück bringen und sie vor allem negativen bewahren. Die Mistel gilt auch als natürliches Potenzmittel, welches Blockaden aufheben sollte.
Viele Namen schmücken die Mistel, so nennt man sie Hexenkraut, Hexenbesen, Druidennest, Glückszweig, Donnerkraut oder auch Donnerkugel. All diese Namen kamen zustande, weil die Mistel weit oben in den Bäumen wächst. Die Mistel durfte nur mit goldener Sicherl am sechten Tage nach Neumond geschnitten werden.
Den Weihnachtsbrauch möchte ich auch erwähnen, Küssen unterm Mistelzweig. Aber nach jedem Kuss muss eine Beere entfernt werden, sind keine Beeren mehr vorhanden, ist es auch mit dem Küssen vorbei 😉

Mythen des Frauenmantels

Den Frauenmantel nennt man in der Mundart auch Gänsefuß, Mantelkraut, Gänsegrün, Herrgottskraut, Menneck, Taufänger, Silbergraut, Marienkraut, Regendächle, Zinäugl oder Frauenkraut. Lateinisch Alchemilla weil die Alchemisten die Tautropfen auf dem Blättern als himmels Wasser verwendeten.Die Kelten sammelten das Tauwasser und benutzen es zu Ritualzwecken. Junge Mädchen wuschen ihr Gesicht um Unreinheiten vorzubeugen. Hebammen verwendeten den Tee indem sie ihn mit Met mischten und verabreichten ihn als Wochenbetttrunk. Im Mittelalter glaubte man das die Tautropfen Tränen von Engel wären, welche nachts die Menschheit beweinten und sich tagüber unter den schützenden Blättern des Frauenmantels versteckten. Feen sollten auch im Frauenmantel wohnen und da sie dem weiblichen Geschlecht wohlgesonnen waren gaben se dem Frauenmantel heilende Kräfte gegen jedes Frauenleiden. Der Name Marienkraut kommt daher, das der Frauenmantel keine Befruchtung für den Samen benötigt. Die zerstossenen Blätter benutzte man um den Busen zu straffen und um Sommersprossen zu entfernen.Heilkundige Frauen sammelten diese Pflanze nur bei abnehmenden Mond.

Die Nessel im Aberglaube

Die Brennnessel wurde schon bei den alten Griechen verwendet. Im Mittelalter hängte man Nesselsträusse an den Häusern auf um Blitzschlag und böse Geister, Hexen und Dämonen abzuwenden. Zu Sonnenwende wurde das Haus mit der Nessel ausgeräuchert um Krankheiten fern zu halten. Im Garten nutze man sie als Zeigerpflanze, denn wo sie wächst gibt es einen hohen Stickstoffgehalt im Boden. Isst man an Gründonnerstag Brennessel so wir man das Jahr über keine Geldnot leiden. Fünf Nesselblätter in der Hand halten den Verstand kühl und man kennt keine Furcht. Ebenso ist die Brennnessel ein altes Mittel gegen Nixen und Elfenzauber deswegen gab es zum Johannistag Brennnesselpfannkuchen.

Die Fichte im Aberglaube

Die Fichte zählt Jahrhunderten als der Baum des Lebens, immergrün und duftend schmückt er zur Weihnachtszeit viele Wohnzimmer. Die Fichte wurde früher als weiblicher Baum angesehen, welcher vor jeglichen Krankheiten schützte und Kranken sogar ihr Leiden nahm.