Das Klettenlabkraut (Galium aparine), auch als Klebkraut oder Schierlings-Labkraut bekannt, wächst wild an Wegrändern, in Hecken und Gebüschen. Oft wird es als „lästiges Unkraut“ abgetan – doch in der Volksheilkunde hat es einen festen Platz als sanftes, aber wirksames Heilmittel.
Heilwirkung im Überblick
Das Klettenlabkraut enthält Gerbstoffe, Bitterstoffe, Kieselsäure, Flavonoide sowie das Glykosid Asperulosid . Diese Kombination verleiht ihm seine vielseitige Wirkung:
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Lymphsystem-Unterstützung: Es gilt als eines der besten Kräuter für die Lymphe und hilft, Schwellungen zu reduzieren und gestaute Gewebeflüssigkeit wieder in Bewegung zu bringen
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Harntreibend & entwässernd: Unterstützt die Nierenfunktion und hilft bei Blasenentzündungen, Nierengrieß und Ödemen
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Stoffwechselanregend: Bewährt bei Gicht, Rheuma, Arthritis – es fördert die Ausscheidung von Harnsäure und anderen Schlackenstoffen
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Entzündungshemmend & juckreizstillend: Lindert Hautentzündungen, Ekzeme, Neurodermitis und sogar Sonnenbrand
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Krampflösend: Kann bei Magen-Darm-Krämpfen eingesetzt werden
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Adstringierend (zusammenziegend): Unterstützt bei leichten Hautirritationen und Wunden
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Anwendung von Klettenlabkraut
Klettenlabkraut kann innerlich und äußerlich auf verschiedene Weise angewendet werden:
Innerliche Anwendung
Als Tee:
Die klassische Anwendung. 2–3 Teelöffel (ca. 10–15 g) getrocknetes Kraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 10–15 Minuten ziehen lassen und abseihen . Davon können 3 oder mehr Tassen täglich getrunken werden.Als Tinktur:
Besonders praktisch für eine länger haltbare Zubereitung. Die Tinktur wird üblicherweise mit 70%igem Ethanol im Verhältnis 1:5 hergestellt . Dosierung: 3–5 ml (ca. ½–1 Teelöffel) drei Mal täglich . Die Tinktur kann pur eingenommen oder mit etwas Wasser verdünnt werden.Als Frischpflanzensaft:
Die effektivste Methode. Das frische Kraut entsaften oder im Mixer mit etwas Wasser pürieren und abseihen. Täglich 1–2 Esslöffel davon nehmen .Kaltauszug:
Das Kraut über Nacht in kaltem Wasser ziehen lassen. Diese besonders sanfte Methode schont die empfindlichen Inhaltsstoffe .Äußerliche Anwendung
Als Umschläge & Waschungen:
Ein starker Teeaufguss oder die verdünnte Tinktur kann auf entzündete Hautstellen, Akne, Ekzeme oder schlecht heilende Wunden aufgetragen werden . Auch bei Sonnenbrand und gereizter Haut hilft dies.Als Salbe:
Überliefert ist folgendes altes Rezept für eine Klettenlabkraut-Salbe :-
100 g frische Klettenlabkraut-Pflanze
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50 g Ulmenrinde (alternativ Weidenrinde)
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500 g Schweineschmalz (oder eine pflanzliche Alternative wie Sheabutter/Kokosfett)
Die frischen Kräuter fein hacken. Das Fett langsam erwärmen, die Kräuter und die gemahlene Rinde zugeben und unter Rühren sanft erhitzen (nicht kochen lassen). Alles etwa 30 Minuten ziehen lassen, dann durch ein feines Sieb oder ein Tuch abseihen und in sterilen Töpfchen abfüllen.
Als Badezusatz:
Bei rheumatischen Beschwerden, Hautunreinheiten oder geschwollenen Lymphknoten – einfach einen starken Sud ins Badewasser geben.Hinweis zur äußerlichen Anwendung der Tinktur:
Die Tinktur kann nach Verdünnen mit Wasser (etwa im Verhältnis 1:10) auf die unversehrte Haut aufgetragen werden . Unverdünnt sollte sie aufgrund des Alkoholgehalts (70 Vol.-%) nicht auf die Haut aufgetragen werden. -